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Kiefergelenkdiagnostik

Funktionsstörungen des Kauorgans und „CMD“

Einer der Schwerpunkte unserer Tätigkeit ist die Diagnostik von Funktionsstörungen des Kauorgans, die von Zahnärzten unter dem Sammelbegriff „cranio-mandibuläre Dysfunktion“ („CMD“) zusammenfaßt werden. Einfacher formuliert bedeutet dies, wir haben uns auf die Diagnostik und die Therapie von Erkrankungen spezialisiert, die durch folgende Anzeichen oder Angewohnheiten gekennzeichnet sind:

Die Gesamtheit dieser Erkrankungen wird zuweilen laienhaft als „Kiefergelenkerkrankungen“ zusammengefaßt, weshalb wir das hier auch tun. Derartige Störungen zählen zu den häufigsten Problemen in der Zahnmedizin neben Karies und Parodontalerkrankungen. Anders als bei Zahnfäule oder Zahnfleischbluten bzw. Zahnfleischrückgang kann man die Symptome von Funktionsstörungen im Kauorgan allerdings erst spät sehen. Deswegen und aus Unkenntnis werden Funktionsstörungen daher in der Regel zu spät als solche erkannt und erst behandelt, wenn erhebliche Funktionseinschränkungen und/oder sogar Schmerzen auftreten.

Wie kann ich leicht selbst herausfinden, ob ich unter CMD leide?

Sofern Sie unter einzelnen oder gar mehreren der genannten Symptome leiden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß bei Ihnen eine cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD) besteht. Sie können aber einen regelrechten Test selbst durchführen.
Den hierfür von Priv.-Doz. Dr. Ahlers und Prof. Dr. Jakstat entwickelten Selbsttest finden Sie im Internet unter der Webadresse www.CMDcheck.de. Dort stehen ein Hinweistext sowie eine Software für Sie zum Download bereit, die Ihnen eine Anleitung in Form kurzer Videofilme gibt und Ihnen eine Auswertung ermöglicht. Das Ergebnis können Sie zudem ausdrucken und Ihrem Zahnarzt vorlegen – oder uns.

Ist bei begründetem Verdacht auf CMD eine genauere Untersuchung und Behandlung nötig?

Eine gezielte Untersuchung sollte erfolgen, sofern Sie unter den o.g. Symptomen leiden oder ein CMD-Kurzbefund die erhöhte Wahrscheinlichkeit bestätigt hat. Die frühzeitige Diagnostik birgt keine wesentlichen medizinischen Risiken und ist zudem schmerzfrei. Daher sollte in den genannten Fällen sicherheitshalber rechtzeitig eine Untersuchung erfolgen, bevor schwerwiegende Funktionseinschränkungen und/oder gar chronische Schmerzen auftreten.

Theoretisch können sich zwar Knackgeräusche, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen auch von selbst wieder bessern, sie können sich aber auch verschlimmern. Im unglücklichsten Fall führt dies dazu, daß der Mund – meist unverhofft und plötzlich – nicht mehr wie bisher zu öffnen ist. Spätestens in diesem Stadium ist die Erkrankung aber extrem schwierig und nur in Zusammenarbeit speziell fortgebildeter, gut eingespielter Behandlungsteams koordiniert therapierbar.

Vorgehen zur Untersuchung: Funktionsanalyse nach preisgekröntem Konzept

Das heute geforderte diagnostische Vorgehen bei Verdacht auf CMD wurde von einer Expertengruppe der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (www.DGFDT.de) jüngst neu festgelegt. Wir halten uns eng an diese Vorgaben. Priv.-Doz. Dr. Ahlers hat sie als Schriftführer der DGFDT entscheidend mit geprägt, ebenso wie die neuen Vorgaben zur Funktionstherapie.

Demnach steht am Beginn aller Untersuchungen eine klinische Funktionsanalyse. Hierbei wird in einer sehr gründlichen, schmerzlosen Untersuchung Ihr gesamter Kiefer- und Kopfbereich gründlich untersucht. Priv.-Doz. Dr. Ahlers (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Jakstat (Universität Leipzig) haben hierfür ein preisgekröntes Untersuchungskonzept entwickelt und in Form eines umfangreichen Lehrbuches niedergelegt, daß mittlerweile in mehreren Auflagen erschienen ist. Im Vergleich zu früheren Konzepten aus den 80er Jahren wurde dabei der Untersuchungsumfang ganzheitlich erweitert um...

Computergestützte Auswertung mit selbst entwickelter Software

Zur Verbesserung der diagnostischen Qualität und Sicherheit haben die Spezialisten eine mittlerweile in fast allen Universitätsklinken eingesetzte Diagnose-Software zur computergestützten Befunderhebung und computerassistierten Auswertung der Untersuchung entwickelt. Die Anwendung dieser Software erlernen andere Zahnärzte von Priv.-Doz. Dr. Ahlers und Prof. Jakstat an verschiedenen Fortbildungsakademien. Und natürlich setzen wir diese Technologie zur Untersuchung der Patienten des CMD-Centrums ein.

Absicherung der Ergebnisse durch ergänzende Untersuchungsverfahren

Sofern sich im Rahmen dieser klinischen Funktionsanalyse bestätigt, daß der CMD-Verdacht begründet war und ist, ermöglichen zusätzliche Untersuchungen die Absicherung der Ergebnisse. Dazu gehören einerseits die zahnärztliche instrumentelle Funktionsanalyse. Hierfür stehen in unserem Centrum modernste elektronische Untersuchungsinstrumente zur Verfügung, an deren Weiterentwicklung Priv.-Doz. Dr. Ahlers selbst mitwirkt.

Zum Ausschluss von Tumoren sowie zur Beurteilung von Struktur- und Lageveränderungen des Gelenkknorpels kommen neueste Verfahren der bildgebenden Diagnostik zum Einsatz (Magnetresonanztomogramme mit speziellen Kiefergelenkspulen und -programmen). Die Bilder dieser Untersuchungen sind am Computerbildschirm sehr viel besser interpretierbar als auf herkömmlichen Röntgenfilmen. Deswegen haben wir einen speziellen Beratungsplatz mit mehreren Computerbildschirmen eingerichtet, um die per Datenleitung oder auf CD eintreffenden Bilder selbst betrachten und Ihnen erläutern zu können.

Je nach individuellem Befund sind häufig weitere konsiliarische Untersuchungen bei anderen Fachärzten erforderlich. Hierzu zählen vor allem orthopädische Spezialisten mit speziellen Kenntnissen in der Rehabilitationsmedizin und Schmerztherapie sowie Ärzte für psychosomatische Medizin, die sich in den Zusammenhängen zwischen Stress und Knirschen/Pressen sowie Maßnahmen zum „locker lassen“ auskennen. All diese Untersuchungen sind zum Glück nicht schmerzhaft oder gar invasiv.

Wichtig ist allerdings, daß die verschiedenen Untersuchungen genau aufeinander abgestimmt sind und die Ergebnisse sorgfältig miteinander abgeglichen werden. Hierin liegt der entscheidende Vorteil integrierter Behandlungsteams. In vielen Fällen werden Patienten für diese Untersuchungen daher von anderen Ärzten und Zahnärzten in unser spezialisiertes CMD-Centrum überwiesen.