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Restaurative Weiterbehandlung

Anders als in früheren Dekaden ist im Rahmen der Diagnostik und Therapie cranio-mandibulärer Dysfunktionen eine restaurative Weiterbehandlung nicht mehr das primäre Behandlungsziel. Statt dessen wird heute Funktionstherapie darauf ausgerichtet, den Patienten zunächst von Beschwerden zu befreien und danach funktionell zu stabilisieren. Nach Abschluß der Funktionstherapie wird dann im Rahmen der Reevaluation geprüft, ob diese Ziele dauerhaft mit der existenten Bisslage zu erreichen sind. Nur wenn dies nicht der Fall ist – oder bei ohnehin bestehendem Restaurationsbedarf – wird eine restaurative Weiterbehandlung erforderlich. Diese Einschätzung entspricht inhaltlich den einschlägigen Stellungnahmen der DGFDT, der DGZMK und der IADR.

Dabei sollte der restaurativen Therapie im Regelfall eine Erprobung der Okklusion inkl. der geplanten vertikalen Dimension mittels Langzeitprovisorien voraus gehen. Erst nach beschwerdefreiem Tragen der Langzeitprovisorien über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten ist auch unter Berücksichtigung weiterer Einflüsse (z.B. larvierte Depressionen, die in Wellen verlaufen) die Situation soweit als stabilisiert anzusehen, dass eine Beurteilung des Erfolges mit hinreichender Sicherheit möglich ist. Dies ist auch der Grund für jene Vorgabe in der aktuellen Stellungnahme der DGFDT und weiterer Fachgesellschaften zur Funktionstherapie.

Für die sozialrechtliche Würdigung hat dies zur Folge, dass die Vorgabe eines Behandlungsabschlusses innerhalb von 6 Monaten regelmäßig und vorhersehbar nicht einzuhalten ist. Die restaurativen Leistungen können daher in der Regel nicht im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden, zumal nach dem aktuellen BEMA die Indikation „Abrasionsgebiss“ nur noch bei bedrohter Pulpa Grundlage restaurativer Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Technisch ermöglicht die Versorgung mit Langzeitprovisorien in Form der von Priv.-Doz. Dr. Ahlers entwickelten „okklusalen Repositionsveneers“ anschließend eine sequentielle restaurative Therapie unter Fortführung der mit den Langzeitprovisorien eingestellten therapeutischen Bisslage. Dabei werden zur Vermeidung übermäßiger Belastungen der weiterhin potentiell funktionsgestörten Patienten immer nur begrenzte Teilschritte restaurativ umgesetzt, in der Regel pro Sequenz maximal 2 Zahnpaare. Überweisende Zahnärzte, die sich an diese Vorgaben halten, können auf dieser Grundlage die restaurative Weiterbehandlung erfolgreich selbst durchführen.

 

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